Die großen Verjüngungsmittel der Welt-Medizinen im Spiegel heimischer Zutaten
Spiegelungen der großen Verjüngungsmittel der Weltmedizin
Die folgenden Rezepturen dokumentieren die immense kulturelle und pharmakologische Tiefe der Menschheitsgeschichte. Sie zeigen, dass Verjüngung niemals nur eine chemische Formel war, sondern ein hochkomplexes Zusammenspiel aus Ökologie, ritueller Zeit und handwerklicher Präzision. Danach folgen jeweils die vergleichbaren Rezepturen mit heimischen/europäischen Mitteln.
IV. Die klassischen Systeme Asiens
1. Indien: Das Brahma Rasāyana (Ayurveda)
„Man nehme tausend Früchte der Haritaki und dreitausend Früchte der Āmalakī. Diese koche man in einem Dekokt aus den zehn Wurzeln (Daśamūla), bis sie weich sind. Sodann entferne man die Kerne und zerdrücke das Fruchtfleisch. Man mische es mit 12,25 kg Zucker sowie 6,125 kg Honig und koche es in Ghee und Sesamöl, bis die Masse fest wird. Zuletzt füge man feines Pulver aus Zimt, Kardamom, Musta, weißem Sandelholz, Aguru und Mandukaparni hinzu.“
Das „ Große Europäische Verjüngungsmittel“
„Man nehme tausend Früchte der Schlehe (Prunus spinosa) und dreitausend Früchte der Hagebutte (Rosa canina). Diese koche man in einem Dekokt aus den zehn Kräutern der Saale-Auen (u.a. Brennnessel, Löwenzahn, Quecke, Beinwell), bis das Fruchtfleisch weich ist. Man entferne die Kerne und streiche das Mark durch ein Sieb. Man mische es mit 12 kg Rübenzucker sowie 6 kg Waldhonig und koche es in geklärter Butter (Ghee) und Leinöl, bis die Masse zäh wird. Zuletzt füge man feines Pulver aus Kalmus, Engelwurz, Kümmel und Bachbunge hinzu.“
2. China: Das „Elixier der Rückkehr zum Frühling“ (TCM)
„Nimm 500 Gramm Renshen (Ginseng), 250 Gramm Shudihuang (Rehmannia), 150 Gramm Gouqizi (Wolfsbeeren) und 120 Gramm Shanyao (Yamswurzel). Weiche die Kräuter in drei Litern hochwertigem Reiswein für 49 Tage in einem versiegelten Tongefäß ein. Täglich bei Sonnenaufgang ist das Gefäß zu schütteln. Nach Ablauf der Zeit filtere die Essenz durch Seide und mische sie mit geschmolzenem Felsenhonig. Trinke jeden Morgen einen kleinen Becher, um das Jing zu nähren.“
Das „Europäische Elixier des ewigen Frühlings“
„Nimm 500 Gramm Engelwurz (Angelica archangelica), 250 Gramm Wegwartenwurzel (Cichorium intybus), 150 Gramm Holunderbeeren und 120 Gramm Beinwellwurzel. Weiche die Kräuter in drei Litern trockenem Weißwein für 49 Tage in einem versiegelten Steingutgefäß ein. Täglich bei Sonnenaufgang ist das Gefäß gegen den Uhrzeigersinn zu schwenken. Nach Ablauf der Zeit filtere die Essenz durch Leinen und mische sie mit geschmolzenem Europäische Akazienhonig. Trinke jeden Morgen einen Fingerhut voll, um die Säfte zu ordnen.“
3. Tibet: Die Chulen-Essenz der Wacholder-Höhen (Sowa Rigpa)
„Sammle die Beeren, Zweige und das Harz des Hochland-Wacholders an einem Tag, an dem die Planeten günstig stehen. Zerstampfe sie mit Bergkristall-Pulver, den sechs guten Substanzen (Zangpo Drug) und der Milch einer weißen Drime-Kuh. Koche diese Mischung bei kleiner Flamme, bis nur noch eine dichte Essenz verbleibt. Forme daraus Pillen von der Größe einer Erbse und überziehe sie mit Safran-Wasser. Nimm sie bei Sonnenaufgang ein und meditiere über die unzerstörbare Lebenskraft.“
Die Chulen-Essenz im heimischen Spiegel
„Sammle Beeren, Nadeln und Harz des Wacholders an den Felshängen von Wettin während des zunehmenden Mondes. Zerstampfe sie mit feinstem Quarzsand, den sechs heimischen Kraftkräutern (Quendel, Salbei, Minze, Wermut, Beifuß, Johanniskraut) und der Milch einer schwarzen Ziege. Koche diese Mischung im Kupferkessel, bis sie zu einer dunklen Paste eindickt. Forme daraus Pillen von der Größe einer Erbse und bestäube sie mit dem gelben Staub der Kiefernpollen. Nimm sie schweigend bei Anbruch des Tages ein.“
4. Japan & Korea: Das Gyeongokgo (Hanbang/Kampo)
„Zerstampfe 9,6 kg frische Wurzeln der Rehmannia glutinosa und presse den Saft heraus. Mische diesen mit 1,2 kg feinem Pulver von Panax ginseng, 3 kg Honig und 2,4 kg weißem Pilz-Pulver (Poria cocos). Fülle die Mischung in ein Steingutgefäß, verschließe es mit Pergament und Seide. Hänge das Gefäß in einen Kessel mit siedendem Wasser und koche es ununterbrochen für drei Tage und Nächte. Lasse es einen Tag in fließendem Wasser abkühlen und koche es erneut für einen Tag.“
Das „Europäische Dreitages-Gold“
„Zerstampfe 9,6 kg frische Wurzeln der Wegwarte und presse den Saft heraus. Mische diesen mit 1,2 kg Pulver der Meisterwurz, 3 kg Heidehonig und 2,4 kg Mehl vom Lärchenporling. Fülle die Mischung in einen Tontopf und verschließe ihn mit Wachstuch. Hänge das Gefäß in einen Kessel mit siedendem Wasser und halte das Feuer für drei Tage und Nächte ununterbrochen am Brennen. Kühle den Topf danach im Wasser der Saale ab und koche ihn für einen weiteren Tag, bis die Konsistenz der von dunklem Obsidian gleicht.“ [270]
Das Wissen der Steppe und der Taiga
5. Mongolei & Sibirien: Das „Goldene Wurzel“-Extrakt
„Grabe die Wurzeln der Rhodiola rosea im Spätherbst aus, wenn das Laub vergangen ist. Wasche sie im Quellwasser und schneide sie in hauchdünne Scheiben. Trockne sie im Schatten des Zeltes. Übergieße zwei Teile Wurzel mit fünf Teilen reinem Getreidebrand. Vergrabe das Gefäß für 30 Tage in der Erde unter der Feuerstelle, damit die sanfte Erdwärme die Kraft löst. Nimm täglich drei Tropfen auf einem Löffel Rentierfett ein, um die Kälte aus den Knochen zu treiben.“
Die „Europäische Wurzel“ der Kraft
„Grabe die Wurzeln des Liebstöckels (Levisticum officinale) oder der im Garten gereiften Rosenwurz im Spätherbst aus. Wasche sie im klaren Bachwasser und schneide sie in Scheiben. Trockne sie über dem aufsteigenden Rauch von Eichenholz. Übergieße zwei Teile Wurzel mit fünf Teilen Roggenbrand. Vergrabe das Gefäß für einen Mondzyklus unter der Schwelle des Hauses, damit es die Ruhe der Erde aufnimmt. Nimm täglich drei Tropfen auf einem Löffel Gänseschmalz ein, um die Glieder zu stählen.“ [271]
Die Alchemie des Orients und Ägyptens
6. Ägypten: Das Kyphi (Kapet) der Pharaonen
„Nimm Rosinen, Wein, Honig, Myrrhe, Weihrauch, Galgant, Wacholderbeeren, Kalmus, Aspalathos (Calicotome villosa?), Zypergras, Mastix, Bitumen und Ginster. Zerstampfe die trockenen Stoffe und vermische sie mit dem Wein. Lasse die Mischung ruhen und koche den Honig mit dem Wein und den Harzen auf, bis eine zähe Masse entsteht. Forme daraus Kugeln, die geräuchert oder in Wasser gelöst getrunken werden, um die Glieder zu festigen und den Atem des Gottes in den Körper zu rufen.“
Das „Europäische Wald-Kyphi“
„Nimm getrocknete Zwetschgen, Apfelwein, Waldhonig, Fichtenharz, Kiefernharz, Rainfarn, Wacholderbeeren, Kalmus, Ginsterblüten und Bienenwachs. Zerstampfe die trockenen Stoffe und vermische sie mit dem Wein. Koche den Honig mit den Harzen auf, bis sie eins werden. Forme daraus Kugeln und lagere sie im Dunkeln. In Wasser gelöst getrunken, festigt es das Fleisch und reinigt die Kanäle des Blutes.“ [272]
7. Persien: Das königliche Khamira Abresham (Unani)
„Nimm 500 Gramm feinster Seidenkokons (Abresham), zerschneide sie und koche sie in Wasser, bis das Volumen auf ein Viertel reduziert ist. Filtriere die Flüssigkeit und mische sie mit Apfelsaft, Quittensaft und Granatapfelsaft. Koche dies mit Zucker zu einem dichten Sirup. Füge zuletzt zerstoßene Perlen, Korallen, Bernstein, Silberfolie und Safran hinzu. Rühre die Masse, bis sie weiß und schaumig wird wie Wolken am Himmel.“
Das „Europäische Seiden-Elixier“
„Nimm 500 Gramm feinste Flachsfasern (oder lokale Seidengrasblüten), zerschneide sie und koche sie in Quellwasser, bis nur ein konzentrierter Sud bleibt. Mische diesen mit Apfelsaft, Birnensaft und Quittensaft. Koche dies mit Rübenzucker zu einem dichten Sirup. Füge zuletzt fein zerriebene Eierschalen von freilaufenden Hühnern und echten Europäische Safran hinzu. Rühre die Masse mit einem Birkenstab, bis sie hell und luftig wird.“ [273]
V. Die indigenen Weisheiten Amerikas
8. Mittelamerika: Das Xocolātl-Ritual (Maya/Azteken)
„Röste die Kakaobohnen auf dem flachen Stein und mahle sie zu einer feinen Paste. Mische sie mit dem Mehl des gerösteten Mais, dem Saft der Agave und getrockneten Blüten des Cempasúchil (AufrechteStudentenblume, Tagetes erecta). Füge eine Prise Chili hinzu und schlage die Mischung mit einem Holzstab, bis ein dicker Schaum entsteht. Dieser Schaum ist das Herz des Elixiers. Trinke es, wenn die Sonne am höchsten steht, um das Blut mit der Wärme der Erde zu füllen.“
Das „Europäische Eichel-Xocolātl“
„Röste Eicheln und Gerstenkörner, bis sie dunkel und duftend sind. Mahle sie zu einer feinen Paste. Mische sie mit Dinkelmehl, Ahornsirup und getrockneten Ringelblumenblüten. Füge eine Prise geriebenen Meerrettich für die nötige Hitze hinzu und schlage die Mischung mit einem Schneebesen in heißem Hafertrunk, bis der Schaum die Tasse krönt. Trinke es am Mittag, um die Lebenswärme zu halten.“ [274]
9. Südamerika: Die Vitalitäts-Suppe der Inka
„Nimm getrocknete Maca (Lepidium meyenii)-Wurzeln, die in der Kälte der Puna gereift sind. Zerstoße sie zu Mehl und koche sie zusammen mit weißer Quinoa und den getrockneten Blättern des Coca-Strauches. Füge das Fleisch des Meerschweinchens und das Salz der heiligen Salinen hinzu. Diese Speise muss in einem Tontopf über dem Feuer aus trockenem Lama-Dung gekocht werden, bis sie dickflüssig ist, um die Ausdauer in den hohen Bergen zu erhalten.“