Mahanarayana-Öl mit heimischen Mitteln

Das Mahanarayana Tailam ist eines der meisterarbeiteten klassischen Kräuteröle der ayurvedischen Medizin (beschrieben u. a. im Bhaishajya Ratnavali). Seine Herstellung folgt dem traditionellen Snehapaka-Verfahren, bei dem wässrige Pflanzenauszüge, Paste (Kalka) und eine Fettbasis über längere Zeit eingekocht werden, bis das Wasser vollständig verdampft ist.

Die Zusammensetzung gliedert sich in folgende Hauptbestandteile:

1. Basis (Sneha Dravya)

  • Tila Taila (Sesamöl): Bildet das Trägeröl und sorgt durch seine penetrierenden Eigenschaften (Sookshma) für das tiefe Eindringen der Wirkstoffe in das Gewebe.

2. Flüssige Medien für den Abkochungssud (Drava Dravya / Kwatha) Hauptbestandteil des Suds ist Shatavari (Asparagus racemosus), kombiniert mit weiteren nährenden und Vata-reduzierenden Drogen sowie Kuhmilch (Godugdha):

  • Dashamula (die Wurzeln der zehn ayurvedischen Pflanzen)
  • Bilva (Aegle marmelos)
  • Agnimantha (Premna serratifolia)
  • Shyonaka (Oroxylum indicum)
  • Patala (Stereospermum suaveolens)
  • Gambhari (Gmelina arborea)
  • Shalaparni (Desmodium gangeticum)
  • Prishniparni (Uraria picta)
  • Brihati (Solanum indicum)
  • Kantakari (Solanum surattense)
  • Gokshura (Tribulus terrestris)
  • Bala (Sida cordifolia)
  • Ashwagandha (Withania somnifera)

3. Kräuterpaste (Kalka Dravya) Für die Paste werden zahlreiche feingemahlene Kräuter und Harze hinzugefügt, darunter:

  • Rasna (Pluchea lanceolata)
  • Devadaru (Cedrus deodara)
  • Jatamansi (Nardostachys jatamansi)
  • Tagara (Valeriana wallichii)
  • Chandana (Santalum album / Sandelholz)
  • Punarnava (Boerhavia diffusa)
  • Pippali (Piper longum) und Maricha (Piper nigrum)
  • Ela (Elettaria cardamomum / Kardamom)
  • Vacha (Acorus calamus)
  • Kushtha (Saussurea lappa)
  • Saindhava Lavana (Ayurvedisches Steinsalz)
  • Campher (Karpura) als aromatischer Zusatz am Ende des Kochprozesses

Durch das Zusammenwirken dieser reichhaltigen Pflanzenauszüge und Öle entsteht ein hochviskoses, wärmendes Öl, das vor allem zur Regulierung von Vata-Dosha im Bewegungsapparat eingesetzt wird.

Die hieimische Entsprechung: Elixier der Knochen-Essenz (Beinwell-Zinnkraut-Dekokt)

Rezeptur 

30 g Beinwellwurzel (getrocknet und zerkleinert) 

30 g Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) 

20 g Hagebuttenschalen (ohne Kerne) 

1 Liter Quellwasser

Inhaltsstoffe: Allantoin aus der Beinwellwurzel stimuliert die Osteoblastenbildung und die Regeneration des Knochengewebes. Die wasserlösliche Kieselsäure des Schachtelhalms ist ein essenzieller Baustein für das Kollagengerüst der Knochen und Sehnen. Vitamin C aus der Hagebeute wirkt als Co-Faktor bei der Vernetzung der Bindegewebsfasern.

Quelle „Beinwell / wie sein Name saget / heilet die zerbrochenen Beine und stärket das Mark in den Knochen.“ (Bock, H.: Kreütterbuch, Straßburg, 1539). Zum Zinnkraut: „Schachtelhalm macht die Sehnen fest und gewaltig / und hält die Glieder zusammen.“ (Paracelsus: Sämtliche Werke, ca. 1530).

Sammelzeit Beinwellwurzel im Spätherbst; Schachtelhalm von Mai bis Juli; Hagebutten nach dem ersten Frost.

Wirkung Dieses Dekokt remineralisiert das Skelettsystem und festigt die Bänder. Es wirkt der Brüchigkeit der Knochen entgegen und erhält die strukturelle Belastbarkeit des gesamten Bewegungsapparates.

Gegenanzeigen Beinwellwurzel enthält Pyrrolizidinalkaloide; die innerliche Anwendung sollte daher als Kur auf maximal 4 bis 6 Wochen pro Jahr begrenzt werden.

Anwendung Über 28 Tage (einen Mondzyklus) täglich eine Tasse des Absuds schluckweise trinken.

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